ISUV-Podcast: Folge 37 | "Jakob kann zaubern" mit Ute Steffens
Shownotes
Auf unserer Website finden Sie viele hilfreiche Informationen zu den Themen Trennung, Scheidung und Unterhalt:
Transkript anzeigen
00:00:02: Der Ease of Podcast.
00:00:04: Wir gehen bei Trennung und Scheidung an Ihrer Seite!
00:00:11: Ich bin schuld, dass meine Eltern sich getrennt haben – ich bin dafür verantwortlich.
00:00:17: Diesen Glaubenssatz tragen viele Kinder mit sich herum wenn die Eltern getrennte Wege gehen.
00:00:21: Ute Steffens aus Nordstrand ist Erziehungswissenschaftlerin, Autorin und Expertin für die psychische Situation von Trennungskindern sowie für Kinder in Krisen.
00:00:31: Jakob kann zaubern, so heißt eines ihrer Bücher und da geht es genau um diesen Schuldaspekt.
00:00:38: Welche Glaubenssätze Trennungskinder noch mit sich herum schleppen?
00:00:41: Warum bestimmte Glauben-Sätze immer wieder auftauchen wie diese sich auflösen lassen und wann eine Trennung geglückt ist das erzählt Ute Steffens in dieser Folge im ISUF Podcast.
00:00:52: Damit herzlich willkommen.
00:00:53: schön dass Sie wieder dabei sind und hallo Frau Steffes.
00:00:56: danke dass sie sich die Zeit nehmen und ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.
00:01:00: ich grüße sie.
00:01:01: Guten Morgen, Frau Stavitz.
00:01:03: Frau Steffens Jakob kann zaubern.
00:01:05: das ist ein Bilderbuch für Trennungskinder ist ein Buch unter vielen in denen sie das Thema Trennungsscheidung und deren Bedeutung für gemeinsame Kinder thematisieren.
00:01:14: Warum liegt Ihnen dieses Thema überhaupt so am Herzen?
00:01:17: Ja
00:01:17: ich habe mich schon im Studium Ich bin ja schon bisschen älter Und es liegt schon eine ganze Weile zurück mit den Bedingungen einer gesunden kindlichen Entwicklung beschäftigt.
00:01:27: lange Zeit in Familienberatungsstellen gearbeitet, wo mir dieses Thema quasi zugewachsen ist.
00:01:34: Also es war immer mehr Nachfrage ich habe mich immer mehr darauf spezialisiert und so ist das gekommen.
00:01:42: Nun schreiben Sie einerseits aber sie begleiten auch Trennungsfamilien.
00:01:45: wenn sie auf die Begleitung gucken und auf ihre Beratung um welche Themen geht es denn hauptsächlich?
00:01:52: Ja, erst mal wollen Eltern natürlich wissen wie sie mit ihren Kindern umgehen.
00:01:58: Wie Sie die Trennung mit Ihren Kindern besprechen und was sie tun können damit sie ihre Kinder sicher durch diese Trennung begleiten können.
00:02:08: Nun geht es in dem Buch Jakob kann zaubern ganz viel um Schuld das Kinder eben keine Schuld haben an der Trenning An der Scheidung der eigenen Eltern.
00:02:19: Wenn Sie das Buch mal zusammenfassen würden, also es fängt ja ganz anders an.
00:02:23: Ich habe auch das Buch aufgeschlagen und dachte okay wo geht's denn hier um Trennung?
00:02:27: Und dann kommt das später.
00:02:28: vielleicht können sie uns mal einen kurzen Einblick geben.
00:02:30: Ja es geht um ein Kind im Kindergartenalter Jakob An dem deutlich wird dass sich für Kinder diesen Alters das sogenannte magische Denken beschreiben lässt.
00:02:41: Also sie glauben dass die Kraft ihrer Wünsche und Vorstellungen die Realität beeinflussen können Und bei Jakob ist das genauso.
00:02:49: Er sagt, Sesam öffne dich und eine Glastür öffnet sich.
00:02:53: Er schafft es Kraft seiner Gedanken, dass die rote Ampel auf Grün umschlägt.
00:02:59: Der Hintergrund ist er hat sich furchtbar über seinen Papa geärgert der sein Teddy in der Waschmaschine gewaschen hat.
00:03:05: Nun ist er überhaupt nicht mehr weich und kuschelig so es unglaublich sauer auf Papa und wünscht Papa zu Mond.
00:03:14: Als dann die Eltern erzählen, dass sie sich trennen werden ist Jakob furchtbar unglücklich.
00:03:20: Weil er glaubt das, dass das Resultat seiner Verwöhnung gegen sein Papa ist.
00:03:27: und da machen die Eltern dann ganz deutlich, dass Kinderzauber bei Erwachsenen niemals wirkt und bei Eltern schon mal gar nicht.
00:03:35: Ich habe sozusagen mit dem Buch versucht die Kinder in diesem Alter da abzuholen wo sie mit ihren Entwicklungsbedingten Möglichkeiten stehen und mit ihren Glauben setzen, die dann quasi zu entkräften.
00:03:50: Das ist ein Buch für, würde ich mal sagen, vier bis achtjährige?
00:03:54: Liege ich richtig?
00:03:56: Ja auf jeden Fall.
00:03:57: also.
00:03:57: ich weiß dass damit auch in Grundschulen gearbeitet wird.
00:04:00: Ich habe aber selber auch schon Lesungen gemacht wo zwei jährige.
00:04:04: das hängt ja immer so ein bisschen davon ab wie weit die auch sind Wo zweijährige auch dabei waren und die Eltern ganz erstaunt waren Dass die das schon im Kern begreifen worum es da geht.
00:04:14: Nun geht es, hatte ich für ihn schon gesagt um Schuld.
00:04:16: Ich bin verantwortlich das!
00:04:17: Ich bin schuld dass meine Eltern sich trennen weil ich eben sie verwünscht habe in beziehungsweise dem Papa.
00:04:24: Wie oft begegnet ihnen denn dieser Glaubenssatz von Kindern tatsächlich in der Praxis?
00:04:29: Ja ist so dass man musste dazu wissen dass die kindliche oder die menschliche Entwicklung sich in Phasen vollzieht und dass diese Phasend verbundenen Glaubenssätze, Möglichkeiten niemals ganz überwunden werden.
00:04:46: Und wenn wir in Stress- und Überforderungssituation sind dann fallen wir sozusagen auf frühere Denkensweisen und Glaubemssätze zurück.
00:04:56: So ist es überhaupt nicht verwunderlich dass ich das immer wieder, also dass sich dieser spontane Spultimpuls in meinen Beratungen wiederholt.
00:05:05: Ich denke zum Beispiel an eine sechzehnjährige, wo man eigentlich denkt, das hat die noch mit magischem Denken zu tun.
00:05:11: Die war für ein Jahr in Amerika zum Schüleraustausch und als sie wiederkam haben ihre Eltern ihr eröffnet dass sie sich trennen werden.
00:05:19: ich habe mit diesem Mädchen, dieser jungen Frau gearbeitet und die sagte eben, wäre ich bloß nicht weggefahren?
00:05:26: Hätte ich bloße aufgepasst dann wären meine Eltern noch zusammen.
00:05:29: oder einen achtzehn-Jähriger der genau wie seine drei Geschwister vor ihm zum Studium in einer anderen Stadt zieht, seine Mutter besucht ihn und erzählt ihm das sich die Eltern getrennt haben.
00:05:39: Genau dasselbe.
00:05:40: er sagt ja vielleicht hätte ich... Das war vielleicht zu viel, dass dann vier Kinder aus dem Haus sind, vielleicht hätte dich da bleiben müssen, vielleicht hätt ich es verhindern können, dass meine Eltern sich trennen.
00:05:50: also das zieht sich wirklich bis ins Erwachsenenalter.
00:05:54: Ja
00:05:54: ich würde gerne sagen im Erwachsendenalter gibt es ja auch Situationen an denen wir ins kindliche Ich zurückfallen weil eben alte Glaubenssätze wirken die wenig reflektiert haben, die dann sich wieder bemerkbar machen.
00:06:06: Wie geht man denn mit solchen Glaubenssätzen um?
00:06:08: Also wie begegnen sie dem und wie kann man das aus der Welt schaffen?
00:06:11: Sie haben es glaube ich gerade kindliche Glauben-Sätze genannt.
00:06:14: also das ist ja so ein unreflektierter Rückfall.
00:06:19: in einer Entwicklungspsychologie sprich man auch von Regressionen auf frühere Verhaltens- und Denkungsmuster.
00:06:27: In der Beratung oder in der therapeutischen Beratungen sitzt ein junger Mensch mit wesentlich elaborierteren, kognitiven Möglichkeiten.
00:06:37: Da besteht im Grunde genommen die Arbeit darin diese frühkindlichen Glaubenssätze einer erwachsenen Prüfung zu unterziehen Und dann kann natürlich ein Mensch mit ganz anderen kognitiven Möglichkeiten in der Reflektion erkennen, dass das natürlich nicht so ist.
00:06:58: Dass Kinder gleich welchen Alters Schuld an der Trennung ihrer Eltern haben
00:07:04: und es wahrscheinlich auch eher Marathon als Sprint.
00:07:06: also Es ist ja immer so, dass die Sitzung des Gesprächs ja einen Kristallisationspunkt Und natürlich wird da viel Arbeit geleistet von den Klientinnen, von den Betroffenen.
00:07:19: Aber mit den Erkenntnissen gehen sie ja zurück in den Alltag und da wirkt das nach und dann muss man sich das einfach so als ein Prozess vorstellen der in der Beratung angestoßen wird und wo es dann im Alltag irgendwann einfach klick macht.
00:07:34: ich sage immer Kein Weg ist so weit wie der vom Kopf in den Bauch.
00:07:39: Das stimmt
00:07:40: schon, dort ein Marathon aber nicht unbedingt einen Marathon angesprechen mit mir jetzt zum Beispiel.
00:07:47: Ja ich sage immer im Kopf ist das verstanden dann muss es eine Etage tiefer rutschen und gefühlt werden und dann geht's weiter.
00:07:55: Welche Glaubenssätze begegnen Ihnen denn noch von Trennungskindern unabhängig von diesem?
00:08:01: Ich bin schuld das?
00:08:02: Es ist zum Beispiel so, ich sage immer es gibt eigentlich wenn wir mal genau hingucken kaum eine frustrierendere Entwicklungsphase als das Kindergartenalter.
00:08:13: Weil Kinder dieses Alters die fallen vom Olymp ihrer Größenfantasien, die so ihren Höhepunkt haben mit dem freien Laufen.
00:08:23: Wenn sie Kinder haben wissen Sie dann sind sie unschlagbar, sie sind die größten, sie platzen vor Glück und haben in Kombination natürlich mit dem hinzukommenden magischen Denken haben sozusagen die Welt im Griff.
00:08:35: Und im Kindergartenalter ist es eben so, dass sie zunehmend ihre Wahrnehmungsmöglichkeiten erweitern sich und Sie werden zunehnend damit konfrontiert.
00:08:46: Also fallen sozusagen vom Olympierer Größenfantasien Trumpfen sie auf in der Realität und müssen feststellen das sie ein Kind, ein abhängiges Kind sind in einer erwachsenen Gesellschaft.
00:08:59: Wenn wir uns dann zum Beispiel vorstellen die meisten dreijährigen Kinder fragt, wenn willst du denn mal heiraten?
00:09:06: Was sagen die?
00:09:06: Den Papa.
00:09:09: Also das Gegengeschlechtliche sozusagen.
00:09:12: Sie näht den Papa und die Jungen spontan die Mama.
00:09:17: Und das ist Ausdruck dieser Größenfantasie hier.
00:09:20: also sie orientieren sich ja an den Eltern wie das mal ist ein richtiger Papa eine richtige Mama zu sein wie dass man groß ist.
00:09:27: dieser Wunsch den gegengeschlächtlichen Elternteil zu heiraten beinhaltet ja eine Rivalität, die das Kind wahrnimmt.
00:09:36: Und wenn dann – was häufig so ist, weil das Residenzmodell noch sehr verbreitet ist – der Papa auszieht, dann ist ein kleiner Junge Total überfordert mit seiner Ambivalenz zwischen diesem Gefühl als Sieger aus dieser Konkurrenz, aus dieser Rivalität hervorgegangen zu sein.
00:09:54: Das äußert sich dann in so Sätzen die total typisch sind, in Trennungsfamilien auf Mama wo Papa weg ist kann ich ja dein Mann sein.
00:10:03: und der großen Liebe zum Vater.
00:10:06: also der Vater wird ja auch gebraucht von dem Kind, anders als die Mutter.
00:10:10: Da kann man auch noch mal drüber sprechen aber der ist total wichtig für die Entwicklung des Kindes.
00:10:15: Kinder brauchen beide Eltern.
00:10:17: also dieser Glaubenssatz das ist die Anforderung auf ihre Frage dass sozusagen als Bestätigung dessen zu sehen wenn der Vater auszieht dann ist da ja was dran dass ich so groß bin und als Partner meiner Mama jetzt in Frage komme.
00:10:31: Und wir dürfen nicht vergessen Entschuldigungen wenn ich kurz einhage dass es auch viele Eltern gibt Also jetzt vielleicht nicht bei einem Dreijährigen, aber es auch als Partnerersatz sehen.
00:10:40: Also die ihre Kinder instrumentalisieren diesbezüglich
00:10:43: Ich würde gar nichts sagen instrumentalisierend weil das wäre so ein bewusster Akt Das will ich gar nicht unterstellen.
00:10:50: Ich glaube dass läuft viel unbewusster ab und ich würde es eher mit dem psychologischen Phänomen der Parentifizierung beschreiben.
00:11:00: Also mit einer Rollenumkehr, das äußert sich auch in diesem wirklich typischem Satz den sehr viele Mütter kennen Mama jetzt wo Papa weg ist kann ich ja dein Mann sein.
00:11:11: Das heißt die angemessene Rollenverteilung ist Ich bin groß und du bist klein Und ich pass auf dich auf!
00:11:19: Ich gebe dir Sicherheit.
00:11:21: Und Rollen umkehr bedeutet Ich sorge jetzt für Dich.
00:11:25: Und diese Parentifizierung, die hat nachweislich wirklich pathologische Folgen.
00:11:30: Also das ist etwas was wir in den Gesprächen zum Beispiel in der Arbeit, in der therapeutischen Arbeit, was sich Eltern bewusst machen dann auch sehr erschrocken sind in der Regel und da dann Strategien entwickeln wie sie dem wirklich wirkungsvoll entgegentreten.
00:11:48: Nun sagen Sie aber dennoch bei all dem was sozusagen passieren kann Es muss ja nicht so laufen, sagen Sie.
00:11:55: Eine Trennung und Unterscheidung ist im besten Fall eine Veränderung – nicht mehr und nicht weniger.
00:12:02: Können Sie das mal skizzieren?
00:12:03: Was Sie damit meinen?
00:12:04: Ja,
00:12:05: vorweg!
00:12:05: Damit man das ein bisschen unterscheiden kann.
00:12:08: Elterntrennung erfüllt aus psychologischer Sicht alle Kriterien einer massiven Lebenskrise.
00:12:13: Das bedeutet ich sage immer so'n bisschen Lachs dass Eltern in dieser Phase nicht mehr alle Latten am Zaun haben denn es ist eine temporäre Lebenskrieg So wo sie einfach durcheinander sind, sich neu sortieren müssen.
00:12:24: Neues Gefühl für ihre Identität bekommen müssen und wenn es gelingt für die Kinder greifbar zu bleiben sprich authentisch und verantwortungsvoll aus der Elternrolle heraus.
00:12:36: Ich bin groß, ich übernehme Verantwortung für dich, ich beschütze dich auch weiterhin aber authentisch eben.
00:12:43: ich bin durcheinander oder du das kann ich dir jetzt auch noch nicht sagen und kindgerecht.
00:12:48: Das heißt auf keinen Fall Details aus der Partnerschaft also Themen wie Sexualität oder auch Geld haben dann in der Beziehung zum Kind nichts zu suchen.
00:12:59: Was für das Kind wichtig ist, ist zu wissen nicht trifft keine Schuld und ich darf weiter Kontakt zu beiden Eltern haben.
00:13:07: und die Liebe meiner Eltern ist am Ende füreinander.
00:13:10: sie sind kein Liebespaar mehr aber die Liebe zu mir ist unkapputbar.
00:13:14: darauf kann ich mich
00:13:15: verlassen.".
00:13:16: Und so gesehen betrachtet und auch von vielen Eltern in der Rückschau erlebt, ist so eine Trennung sogar eine Chance.
00:13:25: Eine Chance, eine eigenständige vom anderen Elternteil, unabhängige tragfähige und vertrauensvolle Beziehung zum Kind sozusagen zu etablieren.
00:13:37: Dann ist es für Kinder natürlich nur eine räumliche Veränderung.
00:13:42: Das einzige, was sich verändert ist, dass sie in den allermeisten Fällen nichts mehr mit ihren Eltern gemeinsam
00:13:49: machen.".
00:13:50: Nun haben dennoch viele Eltern Bedenken und auch Ängste oder trennen sich gar nicht erst, aus Sorge um das Kind?
00:13:57: Weil sie denken eine Trennung schadet.
00:14:00: Wie würden Sie das
00:14:00: beurteilen?".
00:14:01: Also
00:14:01: dazu möchte ich Ihnen gerne mal erzählen.
00:14:03: Ich habe gerade letztens erst ein Gespräch geführt mit der ärztlichen Leiterin einer psychiatrischen Klinik für Kinder und Jugendliche.
00:14:11: Wir haben über meine Arbeit gesprochen Und es ist ja so dass zumindest in vielen Biografien von Kindern die in der Psychiatrie behandelt werden müssen irgendwann tatsächlich auch ein Trennungs-Hintergrund findet.
00:14:27: Diese Zusammenhang ist wenig erforscht und im Laufe dieses Gesprächs sagte dann diese Ärztin, diese Psychiatrin zu mir ja das ist richtig Frau Steffens da gehe ich mit.
00:14:37: wir sind auch der Meinung dass das gesellschaftliche Normalität inzwischen ist das ungefähr die Hälfte aller Familien mindestens einmal eine Trennung erlebt.
00:14:45: aber wissen Sie was für Kinder und Jugendliche wie hier behandeln?
00:14:49: Wir haben einen unglaublichen Anteil an Kindern und Jugendlichen, die hier sind weil sich ihre Eltern eben nicht trennen.
00:14:55: Das heißt es ist mindestens genauso schlimm sich nicht zu trennen obwohl es einfach nicht mehr rund läuft also aus meiner Sicht oft schlimmer.
00:15:04: wir sind ja auch als Eltern Modelle.
00:15:07: was erleben wir unseren Kindern vor wenn wir unglücklich sind?
00:15:10: Wenn wir unzufrieden sind und ausharren in einer Beziehung, die vielleicht die Ursache für dieses ganze Unglück ist.
00:15:18: Und was transportieren wir sozusagen unter den Tisch?
00:15:21: Wir bleiben tatsächlich deinetwegen zusammen!
00:15:24: Das ist ja eine Hypothek.
00:15:26: Jetzt ist doch klar das Kinder daran zerbrechen... Aber
00:15:29: dennoch, wenn Sie sagen es ist im besten Fall eine Veränderung.
00:15:32: Nun gibt es verschiedene Altersstufen.
00:15:34: vielleicht können sie das mal kurz auseinanderklamüsern also in der Trennung und oder Schaltung bedeutet für ein zweijähriges Kind was anderes als für einen Teenie nehme ich an.
00:15:43: Ja das ist ein ganz gutes Beispiel dass jetzt die Zweijährigen genannt haben.
00:15:47: Also es geht darum dass die zwei jährigen oder kleine Kinder ja erst mal sozusagen ein ganz sicheres, inneres Bild von ihren Bezugspersonen erwerben müssen.
00:16:01: Viele Eltern kennen das wenn sie zum Beispiel Kinder kleine Kinder in die Krippe bringen dass es dann manchmal gerade am Anfang sehr schwer ist sich zu trennen und etwas mit der instabilen Objektkonstanz zu tun.
00:16:13: Kommt Mama wieder, man muss wissen Kinder die diese Objekt-Konstanz noch nicht haben für sie ist das so da fährt ein Zug in den Tunnel also eine Holzeisenbahn.
00:16:21: stellen wir uns vor der Zugpferd in den tunnel und es weg.
00:16:25: wenn er raus kommt dann ist dass ein anderer tunnel.
00:16:27: also das ist nicht diese Konsistenz diese Kontinuität ist noch nicht da.
00:16:32: Und da geht es natürlich dann darum, wenn sich Eltern so kleiner Kinder trennen.
00:16:37: Dass erst mal ermöglicht wird, dass sich diese inneren Bilder und die Beziehung, die Bindung an beide Elternteile festigen kann.
00:16:47: Da sind eben gerade im kleinen, im jungen Alter zum Beispiel Rituale unheimlich wichtig.
00:16:54: Also es kommt nicht auf die Häufigkeit an sondern es kommt auf die Regelmäßigkeit an.
00:17:00: Also wenn zum Beispiel Vater und Mutter, die haben gerade eine ganz schwierige Phase weil auch ein Trennungsprozess folgt ja bestimmten Phasen.
00:17:06: Und da gibt es eine Phase, die ist extrem schwierig für beide Eltern.
00:17:11: Die ist mit viel Gefühlen, mit viel Ärger, mit vielen solchen negativen Umständen verknüpft.
00:17:18: Ich erlebe das immer wieder und ziehe davor wirklich den Hut dann sind es vor allen Dingen die Mütter bei denen die Kinder leben.
00:17:25: Also ich beschreibe nur eine Realität, eine gesellschaftliche Realität da ist jetzt keine Wertung drin, die dann wirklich das Beherzigen und kleine Rituale in ihren Alltag einbauen.
00:17:36: Wo der Vater zum Beispiel einmal die Woche, zweimal je Woche, je nachdem was auch so möglich ist weil ein kleines Kind hat auch nichts davon mit beiden Eltern zusammen zu sein und da ist dann total dicke Luft und Spannung.
00:17:47: also es muss ja irgendwie für diese Phase angemessenen Rahmen passieren wo der Vater Einmal oder zweimal die Woche in die mütterliche Wohnung kommt, das Kind zu Bett bringt.
00:17:57: Oder das Kind badet mit dem Kind zu Abend ist.
00:18:01: Das erfordert unfassbar viel Bereitschaft von beiden Eltern zur Kompromissfähigkeit und den ganz großen Willen wirklich, dass Kind in seiner Entwicklung zu sehen und sich darauf einzustellen.
00:18:14: aber es funktioniert.
00:18:15: was muss denn passieren damit sie am Ende sagen Mensch diese Trennung ist in Anführungszeichen geglückt.
00:18:23: Die Trennung ist dann geglückt, wenn es beiden Eltern gelungen ist.
00:18:27: Ich sage immer auf ihre Hälfte des Spielfeldes zu konzentrieren.
00:18:32: Wenn Sie begriffen haben und das ist oft ein ganz schmerzlicher Prozess weil wir natürlich sehr viele Sehnsüchte und Klischeevorstellungen haben.
00:18:40: Wenn wir schon in der Familiengemeinschaft gescheitert sind wollen wir doch wenigstens Eltern bleiben.
00:18:46: und dann sag ich immer die Tauschen eine rosa rote Wolke gegen die nächste aus.
00:18:51: Und wenn dieser Drops gelutscht ist, also wenn sie wirklich bei sich jeweils angekommen sind in ihrer Spielfeldhälfte zu Hause sind, begriffen haben dass die den anderen nicht verändern können.
00:19:05: Und sich dann auf Ihre Beziehung zu Ihrem Kind konzentrieren.
00:19:09: Da muss man auch nicht einvernehmen haben über jede kleine Regel, Ernährungsgewohnheit, Schlafenszeit... Weil Kinder wissen das einfach!
00:19:19: Auch Kinder aus sogenannten Intaktenfamilien.
00:19:21: Was glauben Sie, wenn fragende Sechzehnjährige, wenn sie weiß ihre Mutter ist erängstlich und streng und der Papa ist nachgiebig?
00:19:27: Wen wird die fragen wie lange sie raus kann und wann sie wieder Zuhause sein
00:19:32: muss?!
00:19:32: Den Vater natürlich.
00:19:34: Natürlich wissen das auch Trennungskinder, aber sie wissen eben ganz genau... Ich bin jetzt bei Mama und mit Mama und da gelten Mamas Regeln und jetzt bin ich mit Papa und da gelten Papas Regeln.
00:19:45: Und wenn das gelungen ist diese friedliche Koexistenz dann ist es doch wirklich für ein Kind eine richtige Bereicherung und dann ist die Trennung natürlich geglückt.
00:19:56: und ich finde dass so wunderbar.
00:19:58: meine Tochter hat von Freunden damals als die Kleine ein Aufkleber von Charlie Braun bekommen, der bis zum Schluss bis sie ausgezogen ist an ihrer Tür klebte.
00:20:07: Das war Charlie Braun und runterstand.
00:20:10: man muss Erwachsene durchschauen können wenn man als Kind überleben will.
00:20:13: Ich finde, das trifft es einfach.
00:20:15: Und genau das ist ja ... was in sogenannten Intaktenfamilien passiert?
00:20:19: Ich hatte ja das Beispiel, wenn ich zum Beispiel auf eine Party gehen will und auch diese Akklimatisierung oder diese Umstellungsschwierigkeiten.
00:20:29: Es geht dann immer um sozusagen Privilegien.
00:20:32: Also um Dinge, die ich dort durfte, die mir hier versagt sind.
00:20:36: Natürlich nehme ich immer mal wieder Anschwung und Anlaufen.
00:20:40: Fug ob das nicht doch!
00:20:41: auch hier einzurichten ist.
00:20:44: Ist ja auch nur menschlich, ne?
00:20:45: Dann vielen Dank für die Einordnung.
00:20:47: Ute Steffens Erziehungswissenschaftlerin, Autorin Sie begleiten auch Trennungsfamilien haben zig Bücher geschrieben.
00:20:55: Vielleicht können sie noch einen kurzen Ausblick geben was außer Jakob Krins-Haubern noch von ihnen erschienen ist.
00:21:00: Ja im Klausverlach gibt es mit Kindern durch die Trennung heißt das ein therapeutisches Lesenbuch Und im Herderverlag gibt es einen Buch für pädagogische Fachkräfte,
00:21:11: d.h.,
00:21:12: Trennungskinder begleiten bis zehn Jahre für diesen Zeitraum.
00:21:17: Ja dann Jakob Kremzaubern ... Also so unzählig viele Bücher sind das nicht.
00:21:21: Es sind hau-treibige!
00:21:23: Aber drei Bücher muss man erst mal schreiben und Jakop Kreml Zaubern ist erschienen im Kasen Verlag.
00:21:29: Vielen Dank Frau Steffens und liebe Grüße Richtung Nordsee und alles Gute für Sie!
00:21:37: Wir gehen bei Trennung und Scheidung an Ihrer Seite.
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